Vegan in Halle

Veganes Leben und Tierrechtsbewegung in Halle (Saale)

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Zum Tag des Eies

Es gibt ja zu fast allem einen bestimmten Welttag. So gibt es zum Beispiel Tage wie den 01.12., den die Vereinten Nationen zum Welt-AIDS-Tag gemacht haben. Solche Welttage halte ich für sehr wichtig und sinnvoll. Dann gibt es noch recht witzig klingende Tage wie den Murmeltiertag oder den Welt-Ergotherapie-Tag. Und dann gibt es noch so Welttage bei denen sich mindestens die VeganerInnen an den Kopf greifen. Einer davon ist heute: der Welttag des Eies (oder auch Internationaler Tag des Eies genannt). Neben diesem gibt es auch noch den Weltmilchtag am 1. Juni.

Doch zurück zum Welttag des Eies. Dieser wurde 1997 vom Verband der Eierproduzenten ins Leben gerufen. Laut eigenen Angaben ist das Ei nämlich „ein gesundes Lebensmittel“, das neben Obst und Milch ein wichtiger Bestandteil für eine ausgewogene Ernährung ist. Es gibt sogar eine eigene Webseite für diesen Tag!

Wie gesund Eier wirklich sind, darüber gibt es viele Meinungen und Studien. So verweisen vor allem Organisationen, die für Veganismus stehen und werben, auf Studien, die beweisen, dass Eierkonsum zu Gefäßerkrankungen, Krebs oder Diabetes führen. Besonders das viele Cholesterin im Ei soll schädlich sein. Auf der anderem Seite wird behauptet, dass Eier viele wichtige Inhaltsstoffe enthalten sollen und das Cholesterin auch gar nicht so schlimm sein. Auch hier wird auf Studien verwiesen, die das belegen. Laut einer Studie ist es sogar völlig okay, wenn man täglich(!) zwei Eier isst.

Ganz so viele sind es in Deutschland dann zum Glück doch noch nicht. Trotzdem ist die Zahl an konsumierten Eiern im Jahr extrem hoch. Im Schnitt sind es 217 Eier pro Person. Das ergibt eine Gesamtzahl von über 16 Milliarden Eiern jährlich. Eine Legehenne legt etwa 280 Eier im Jahr. Zum Vergleich: Laut PeTA haben die Urhühner nur ungefähr 18 Eier im Jahr gelegt. Mehr war zur Fortpflanzung auch gar nicht nötig. Die heutigen Leistungen der Hühner sind nur durch intensive Zucht ermöglicht wurden. Bei der Zucht unterscheidet man in sogenannte „Linien“. Die „Mastlinie“ ist zur Fleischproduktion gezüchtet wurden. Bei der „Legelinie“ sind natürlich nur die weiblichen Hühner von Bedeutung, da die Männchen keine Eier legen. Diese werden deshalb vergast oder geschreddert. Und sofern die übrig gebliebenen Hennen nicht das „Glück“ haben Bioeier produzieren zu dürfen, wird ihnen gleich noch der Schnabel gekürzt. Diese schmerzhafte Prozedur ist in der konventionellen Haltung nötig, da die Tiere sich sonst gegenseitig picken und verstümmeln würden. Grund dafür ist der zu geringe Platz, der ihnen zur Verfügung steht. Vom Schnäbelkürzen sind mindestens 90% der Legehennen betroffen. Doch zumindest dieser Akt der Verstümmlung soll für Hühner, deren Eier direkt in den Verkauf gehen, ab 2017 ein Ende haben. Ihnen wird es dann sicherlich ein kleines bisschen besser gehen, denn schließlich werden die Eierproduzenten ihre Haltungsbedingungen dann entsprechend anpassen müssen, aber das gelbe vom Ei wird es für die Tiere dennoch nicht sein.

Zum Schluss soll die ethische Frage des Eierkonsums betrachtet werden. Denn angenommen es wäre möglich Hühner artgerecht zu halten und Eier sind tatsächlich auf irgendeine Weise gesund, wäre es dann okay diese zu essen? Darf man einem Mitgeschöpf etwas wegnehmen, ohne dass es dafür seine Einwilligung erteilt hat? Noch dazu wenn es sich um etwas handelt aus dem eigentlich der Nachwuchs erwachsen sollte (unabhängig davon, ob das Ei nun tatsächlich befruchtet wurde oder nicht)? Oder darf man die Tiere deswegen einsperren? Hat man das Recht sie zu töten, sobald es sich nicht mehr rechnet sie zu halten?

Ich zumindest glaube das nicht!

Quellen