Vegan in Halle

Massentierhaltung bei uns um die Ecke - Fahrradtour zu Mastanlagen bei Oppin

Bei strahlendem Sonnenschein und beinahe wolkenlosem Himmel traf sich am vergangenen Sonntag eine kleine Gruppe von zehn Leuten mit ihren Fahrrädern auf einem Parkplatz am Galgenberg. Sogar aus Aschersleben kamen zwei junge Veganerinnen nach Halle, um sich der Radtour anzuschließen. Ausgerüstet mit Straßenmalkreide, Seifenblasen und viel Motivation machten sie sich gemeinsam auf den Weg Richtung Oppin, um dort zwei Geflügel- und eine Schweinemastanlage zu besichtigen. Nach sechs Kilometern erreichte die Gruppe die erste Mastanlage. Bereits einige hundert Meter zuvor kam ihnen stinkende ammoniakhaltige Luft entgegen. Trotz des Gestankes verharrten sie dort eine Weile und machten auf das Leiden der Tiere aufmerksam, indem sie ihre Gedanken mit Kreide auf der Straße festhielten. Dazu informierte eine der Organisator*innen der Tour die Anwesenden über die Haltungs- und Lebensbedingungen der Tiere in den danebenstehenden Gebäuden.

Beim Stopp an der zweiten Mastanlage fanden die Teilnehmer*innen einen Müllsack voller Tierkadaver, der am Straßenrand lag. Die später informierten Behörden veranlassten die Beseitigung der Tierleichen und sie wollen den Vorfall weiter untersuchen. Die Gruppe diskutierte außerdem über Veganismus, Tierhaltung, Jagd und es gab einen kleinen Input über den Stellenwert von Tierschutz und Tierrechten in der Politik.

Die letzte Station der Tour befand sich in Kütten. Der dortige Schweinemastbetrieb bot einen besonderen Einblick in die Haltungsbedingungen. Durch eine kleine Plexiglasscheibe sah man die Schweine auf den Beton-Spaltenböden liegen, ohne dass sie die Möglichkeit hatten raus zu gehen oder sich zum Beispiel im Schlamm von der Hitze abzukühlen.

Auf dem Rückweg sorgten Obstbäume und Sträucher dafür, dass man den Kopf von dem zuvor gesehenen ein wenig frei bekam. Und wer von Beeren, Mirabellen und Co. noch nicht satt genug wurde, der freute sich auf das anschließende Picknick am Galgenberg, mit dem die Radtour ihren Abschluss fand.