Der Nice Döner in Halle – weitere Kebab-Bude oder echte Alternative?

Erfahrungsbericht von Jessi und Dennis

Besser spät als nie; auch wir haben nun endlich den „neuen“ Döner am Reileck – Nice Döner – getestet und wollen unsere Eindrücke gerne mit euch teilen.

An einem viel umkämpften Platz in Halle, der Ludwig-Wucherer-Straße, eröffnete Mohammed Fadhel am 19.Juli 2019 seinen Laden, den Nice Döner. Die Eröffnung sorgte für einiges Aufsehen, da Mohammed gerade einmal 19 Jahre jung ist, die Speisekarte des Ladens einige vegane Optionen bietet, es einer der wenigen Döner-Läden in Halle ist, die Vollkornbrot anbieten und weil er die Einnahmen des ersten Tages komplett an ein Kinderhospiz gespendet hat.
So viel schon mal zum Brimborium der Eröffnung; uns beeindruckt das jedoch wenig, sind wir doch stadtbekannt für knallharte Kritiken und unseren umfassend geschulten Gaumen ;). Daher geht es direkt ans Eingemachte.

Was kann der Döner?

Der Nice-Döner lässt vegane Herzen höher schlagen. Die Speisekarte bietet neben Seitan-Döner und Gemüse-Döner natürlich Falafel, ohne die ein Imbiss dieses Formats heute wohl keinen Stich mehr bekommt. Weiterhin gibt es vegane Burger, veganisierbare Salate und zwei Teller-Angebote – Chickpea-Teller und Falafel-Teller – mit denen das Team bestens aufgestellt ist für jene Menschen in Halle, die sich pflanzlich ernähren. Abgerundet wird das vegane Angebot von den Beilagen: Pommes, Süßkartoffel-Pommes und (einzelne) Falafel und ganzen vier veganen Saucen: Hummus, Sesam-Zitrone (ein Gedicht), Guacamole und Chilli.
Bei unserem Besuch am 16.10.2019 haben wir uns einen Seitan-Döner im Vollkornbrot und den Chickpea-Teller gegönnt. Als kleinen Zusatz baten wir darum, auf dem Teller jede der veganen Saucen probieren zu dürfen.

Ein nicer Döner ❤

Der Döner von Nice ist ein absoluter Hochgenuss. Zunächst kann er rein optisch punkten. Bereits vor dem ersten Bissen stellten wir fest, dass nicht nur die Größe des Fladenbrots nicht von schlechten Eltern ist, sondern sich auch die Befüllung des Döners sehen lassen kann. Die Erfahrungen des Gaumens decken sich mit den rein visuellen Reizen. Das Brot ist knusprig, aber nicht hart und sorgt – im Vergleich zu den üblichen, labbrigen Döner-Hüllen – für nachhaltige Sättigung. Seitan- und Gemüse-Einlage sind in harmonischer Balance gehalten und während beim Standard-Döner die letzten Bissen eher trocken daher kommen, bleibt der Seitan-Vöner saftig bis zum Ende. Das Gemüse ist knackig frisch, neben Rot- und Weißkraut lassen sich Gurken, Tomaten und frische Minze im Döner finden. Bestnote für den Döner!

Der Chickpea-Teller:
Tja, die Kichererbse, das ist schon eine feine Sache. Es gibt wohl wenige Nahrungsmittel, die sich so gut mit sich selbst kombinieren lassen, wie diese unscheinbare Hülsenfrucht aus dem Nahen Osten bzw. Kleinasien. Und auch in der Präsentation des Nice-Döners macht sie eine gewohnt elegante Figur. Die sechs Falafel sind aromatisch gewürzt und fluffig ausgebacken. In Kombination mit dem Salat, dem Kraut und dem Ofen-/Grillgemüse unwiderstehlich. Das ganze wird mit der Sesam-Zitronen-Sauce verziert et voilà, der Chickpea-Teller. Als Beilage wird etwas Brot gereicht, das am Ende des Mahls ideal zum Genuss der restlichen Sauce dient. Resultat: sehr gelungen!

Unser Fazit

Generell stellt der Nice-Döner am Reileck eine echte Bereicherung für die Kulinarik in Halle dar. Zwar gibt es bereits etliche Döner-Läden, aber gerade das Vollkorn-Brot, die vegane Saucen-Auswahl und das Gesamtkonzept des Ladens sind Alleinstellungsmerkmale. Zwar müssen wir an dieser Stelle Kritik anbringen, dass neben den vegetarisch/veganen Angeboten weiterhin Burger und Döner mit Fleisch angeboten werden, allerdings ist das Angebot für Pflanzenköstler*innen dennoch ausgesprochen vielfältig. Leider fehlt bislang noch eine hinreichende Kennzeichnung der veganen Gerichte, und da die Nachfrage keine vollständige Sicherheit ergab, würden wir uns über eine solche, eventuell in Form eines kleinen grünen Vs oder ähnlichem neben den entsprechenden Speisen sehr freuen. Für die Gerichte haben wir jeweils 4,90 Euro gezahlt, was, unter Berücksichtigung der restlichen Preise, ebenfalls zu einer gelungenen pekuniär-Gesamtleistung führt. Als letztes wollen wir ein besonderes Lob für die No-Plastic-Policy aussprechen. Alles, was zum Genuss im Nice-Döner gebraucht wird, ist aus Zuckerrohr, Pappe und/oder Papier gefertigt. Außerdem legt Mohammed großen Wert auf Regionalität. Sämtliche Einkäufe werden in Halle oder im Umkreis von 50Km getätigt. Daumen hoch dafür.

Wir danken euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt, unsere Bewertung zu lesen. Lasst es euch schmecken, der Döner ist echt Nice!

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