Autorin: Henriette

Im Oktober 2019 veröffentlichte ProVeg e.V. den ersten Pflanzenmilchreport. Basierend auf aktuellen Studien wird in der Publikation die Rolle von Pflanzenmilch auf die Welternährung und -gesundheit untersucht. Der Pflanzenmilchreport soll das Bewusstsein für die vielfältigen Vorteile des Produktes schaffen und zeigen, dass eine gesunde und nachhaltige Ernährung auch ohne Kuhmilch erreicht werden kann.

Pflanzenmilch ist das umsatzstärkste Alternativprodukt und wird nicht nur bei der veganen und laktoseintoleranten Bevölkerung regelmäßig konsumiert. Viele Gründe sprechen für den Konsum von Pflanzenmilch- zum Beispiel das günstige Nährstoffprofil, der Geschmack, der Tierschutz, die geringe Umweltbelastung, eine Kuhmilchallergie oder verschiedenste persönliche Gründe.

Durch die vielseitige Entwicklung des Marktes für Pflanzenmilch findet sich mittlerweile eine Milch für jeden Geschmack in den Regalen der Supermärkte Deutschlands. Soja, Hafer, Reis, Mandel, Hirse, Dinkel, Quinoa, Lupine … Die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass mittlerweile der Satz „habe ich einmal probiert, schmeckt mir nicht“ nicht mehr als Ausrede gelten kann 😉

Wo gibt es eure Lieblingspflanzenmilch in Halle?

Hier haben wir euch einige Cafés aufgelistet, in denen ihr Pflanzenmilch genießen könnt. Die Übersicht ist noch nicht ausgereift und eventuell hat sich mittlerweile auch wieder etwas geändert. Bitte weist uns auf Lücken oder falsche Angaben hin, wir ergänzen natürlich auch sehr gern weitere Lokale!

Stand: 24.04.2020

Umweltauswirkungen von Kuhmilch und pflanzlichen Alternativen im Vergleich

Auch ökologische Aspekte finden im Pflanzenmilchreport Berücksichtigung. Aus der Gegenüberstellung genutzter Flächen, des Wasserverbrauchs und der Treibhausgasemissionen von Kuhmilch und vier ausgewählten Pflanzenmilchvarianten gehen die veganen Drinks mit Abstand als die umweltfreundlicheren Gewinner hervor (zu finden auf S. 22 des Reports). An diesem Vergleich ist außerdem ersichtlich, wie sich die einzelnen Alternativen untereinander unterscheiden – negativ fällt beispielsweise der hohe Wasserverbrauch für die Herstellung von Mandelmilch auf.

Für Pflanzemilch wird in Deutschland ein Mehrwertsteuerzuschlag mit 19 % erhoben, während Kuhmilch nur mit 7 % belegt ist.

ProVeg e.V. (2019): Pflanzenmilch-Report, S. 29

Trotz ihrer positiven Aspekte erfährt die Produktkategorie Pflanzenmilch in vielen Ländern durch Kennzeichnungs- und Besteuerungshürden eine Benachteiligung. Obwohl sich der Begriff „Pflanzenmilch“ bereits etabliert hat, ist es in der Europäischen Union nicht zulässig, das Produkt als „Milch“ zu bezeichnen. Rein rechtlich darf in der EU nur der Begriff „Pflanzendrink“ verwendet werden. Auch die Besteuerung ist in der EU Ländersache. Während einige Länder nicht zwischen Kuh- und Pflanzenmilch unterscheiden, wird in Deutschland der Pflanzendrink als Luxusartikel eingestuft. Im Gegensatz zur Kuhmilch, die mit 7% Mehrwertsteuer belegt wird, wird die Pflanzenmilch mit 19% Mehrwertsteuerzuschlag erhoben. Dabei gehen andere Länder wie zum Beispiel Belgien, Dänemark, Frankreich und Portugal mit gutem Beispiel voran, indem sie keine unterschiedliche Besteuerung veranschlagen.

Milch aus dem Labor?

ProVeg geben in ihrem Bericht zusätzlich interessante Ausblicke auf zukünftige Innovationen und Entwicklungen. So wird zum Beispiel von zahlreichen Wissenschaftler*innen und Start-Ups an einer Technologie zur Herstellung einer sogenannten „cellular milk“ gearbeitet. Diese soll kuhmilchtypische Inhaltsstoffe wie Casein, Molke und weitere Proteine enthalten, die ohne den Gebrauch eines Tiers in die Milch gelangen. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen stellt die „cellular milk“ ein interessantes Forschungsfeld mit Potential dar.

Der Ausstieg aus der Milchproduktion

Ein wichtiger Absatz widmet sich dem Problem, dass es Landwirten oftmals sehr schwer gemacht wird, auf eine nachhaltige Produktion umzusteigen, geschweige denn auf tierische Dünger zu verzichten. Ein Positivbeispiel zeigt, dass es funktionieren kann. In einem kurzen Interview schildert Daniel Hausmann, wie er den Umstieg auf die bio-vegane Landwirtschaft geschafft hat. Sein Hof befindet sich in der Nähe von Leipzig. Im Rahmen von Ringvorlesungen hat der Landwirt auch schon mehrfach Vorträge im Audimax hier in Halle gehalten und den bio-veganen Landbau als zukunftsweisenden Weg in der Landwirtschaft aufgezeigt.

Fazit

Der Pflanzenmilch-Report von ProVeg ist das erste im deutschsprachigen Raum entstandene Dokument, das sich derart ausführlich und umfassend den zentralen Aspekten widmet, die die zunehmende Beliebtheit pflanzlicher Milchsorten bewirken und begleiten. Er zeigt auf, wo die Potenziale liegen, z.B. in der Überarbeitung der Ernährungsrichtlinien verschiedener Länder oder im Umstieg auf den bio-veganen Landbau. Mit einem Klick auf die Grafik gelangt ihr zum vollständigen Report, der 51 Seiten umfasst:

Weiterführende Links:

In zwei Folgen des VeggieWorld-Podcast hört ihr zum Thema Pflanzenmilch-Report ein Interview mit Anna-Lena Klapp, Fachreferentin für Ernährung und Gesundheit bei ProVeg International e. V. .

Teil 1 Teil 2


1 Kommentar

Mel Bohle · 26. April 2020 um 11:26

Ich wusste gar nicht, dass Pflanzenmilch höher besteuert wird als Kuhmilch. Gut zu wissen, vielen Dank für den Bericht!

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